Bei IHS over IP findet der Austausch der Informationen nicht wie beim "normalen IHS" zwischen dem David Host und einem ISDN TLD statt, sondern zwischen zwei PostMan Modulen zweier DvISE Server. Grundlage hierfür ist der Abruf von eMails über das SMTP-Protokoll. PostMan unterstützt drei Formen von "Mail Polling", namentlich TURN, ATRN und ETRN. Dazu einige allgemeine Informationen: - TURN
Die Nachrichten werden über dieselbe Verbindung übertragen, d.h. der Provider schickt die Nachrichten über die bestehende Verbindung direkt an den Client. Das TURN-Kommando dreht den Fluß der Kommandos und eMails um und erlaubt damit das Abholen von eMails bei einem Provider, der diese Methode unterstützt. Ein Nachteil bei dem TURN-Kommando ist der Sicherheitsaspekt, der mit dem ETRN-Kommando verbessert worden ist. Dieses Kommando ist in Request For Command (RFC) 821 definiert. - ATRN
Abkürzung für "Authenticated TURN", ein erweitertes TURN-Kommando für SMTP. Wie bei TURN werden die Nachrichten über dieselbe Verbindung übertragen. Das ATRN-Kommando besitzt als Parameter zusätzlich die Domain, die abgeholt werden soll. Außerdem kann das ATRN-Kommando nur auf einen speziellen Port geschickt werden (Port 366). Zusätzlich ist ATRN nur nach erfolgreicher Anmeldung durch »AUTH CRAM-MD5« möglich. Wenn der Client ATRN unterstützt, sollte diese Option bevorzugt werden. Dieses Kommando ist in RFC 2645 beschrieben. - ETRN
Abkürzung für "Extended TURN", auch ein erweitertes TURN-Kommando für SMTP. Mit diesem Befehl kann der SMTP-Server veranlaßt werden, anstehende Mails für eine bestimmte Domain in einer neuen SMTP-Session zu "queuen"/übertragen, das heißt, an den anfragenden Rechner auszuliefern. Die Verbindung wird nach erfolgreicher Anmeldung und Senden des ETRN-Kommandos abgebaut. Der Provider schickt anschließend alle eMails für den Client über eine neue Verbindung. Dazu muss der Server allerdings die Adresse des Clients kennen. ETRN sollte nur verwendet werden, wenn der Client über eine feste IP-Adresse verfügt. Dieses Kommando ist in RFC 1985 (SMTP Service Extension für Remote Message Queue Starting) definiert. Konfigurationsbeispiel IHS over IPHinweis: In folgendem Beispiel wird die Konfiguration von PostMan sowohl auf der Clientseite als auch auf der Providerseite behandelt. Beispiel-Konfiguration: Provider Domain: provider.netClient Domain: company.comDie beiden Domains liegen auf dem Mailserver des Providers. Es wird in diesem Beispiel ATRN mit einer sicheren Anmeldung mittels CRAM-MD5 verwendet. Für die Anmeldung werden als Username TOBIT und als Password 4711 verwendet. Clientseitige Konfiguration von PostMan. - Im Menu »PostMan -> System -> General« sollten Sie die eigene Domain unter SMTP Host Name eingetragen haben. Weiter sollten Sie zwei Domain Name Server im Menu »PostMan -> System -> Provider« angegeben haben.
- Unter »PostMan -> Mail Polling -> Configuration« müssen Sie die Einstellung »Retrieve eMails using TURN/ETRN/ATRN« aktivieren. Weiterhin können Sie hier noch den Intervall für den Verbindungsaufbau ins Internet eingestellen.
- Unter »PostMan -> Mail Polling -> Domains« tragen Sie ein, welche Domain bei welchem Provider und über welches SMTP-Kommando abgefragt werden soll.
- Unter »PostMan -> Databases -> Valid Domain Names« tragen Sie die eigene Domain ein, z.B. »customer.com«
- Im Menu »PostMan -> Databases -> AUTH Domain Names« tragen Sie die Zugangsdaten und die Art der Anmeldung ein.
Providerseitige Konfiguration Zuerst müssen Sie ein Archive für jede Domain einrichten, in dem die entsprechenden eMails zwischengespeichert werden. Dies geschieht im Tobit InfoCenter. An welchem Ort diese Archives angelegt werden, bleibt Ihnen als Provider überlassen. Allerdings sollten Sie sich eine klare Struktur überlegen, besonders, wenn Sie eine große Anzahl Domains "hosten" möchten. Folgende Struktur wäre hierfür sinnvoll: - Im Tobit InfoCenter unterhalb von »Archive« (blaues Icon) im Archive-Baum legen Sie das Sub Archive »TURN Provider« an.
- Unterhalb dieses Archives wird pro Kunde, der per SMTP Extended TURN seine eMails abholen kann, ein Sub Archiv wie »Domain A«, »Domain B« usw angelegt.
- Wenn es sich um sehr viele Archives handelt empfiehlt es sich, die Domains zusätzlich nach Anfangsbuchstaben zu sortieren: »Domains von A-J«, »Domains von K-S«, usw...
- Diese Archives werden für die Verteilung der eingehenden Kunden-eMails als Zielarchives genutzt und müssen unter dem Punkt »abzufragende Mail-Domänen« eingetragen werden.
- Nach erfolgter Abfrage durch den Kunden werden die Nachrichten aus diesen Archives gelöscht. Für die Abfrage müssen Sie diese Archives im Tobit InfoCenter für den Remote Access freigegeben.
Die folgenden Einstellungen nehmen Sie in der ARCHIVE.INI des entsprechenden Archives auf Betriebssystemebene vor:- Der Pfad zur ARCHIVE.INI finden Sie im Dialog »Eigenschaften« im Tobit InfoCenter.
- Wechseln Sie im Windows Explorer in das entsprechende Verzeichnis und öffnen Sie die ARCHIVE.INI.
- In dieser Datei sind die Parameter »Username« und «Password« einzutragen bzw. anzupassen.
- Folgende Parameter müssen hinzugefügt werden:
- USERNAME=TOBIT
- PASSWORD=4711
- AUTHTYPE=CRAM-MD5
- TURNTYPE=ATRN
PostMan müssen Sie wie folgt konfigurieren:- Im Menu »PostMan -> System« sollten Sie die Domain eintragen. Falls Forwarding aktiviert wird, sollte eine Form von Authentifizierung "POP3/IMAP" oder "SMTP" verwendet werden, da sonst jeder PostMan als Mailrelay Server verwenden könnte. (Spamming).
- Unter »PostMan -> Databases -> Valid Domain Names« sollten Sie alle Domains, wofür PostMan eMails entgegen nehmen soll, eintragen, z.B. company.com, examples.net, hello.cc, welcome.org und firma.de.
- Unter »PostMan -> Databases -> TURN/ETRN/ATRN Domain Names« sollten Sie für jede Domain das entsprechende Archive angegeben.
Hinweis: In diesem Beispiel stimmt der Pfad mit dem Archive »Archive/Groups/IHS ATRN/company.com« überein. |